13.01. - 03.02.07
Kippe aus, Anschnallen, Schnauze halten

Vom 13.01. bis zum 03.02.07 gab uns der Hamburger Künstler Patrick Farzar Verhaltensmaßregeln für eine ruhige und gesittete Autofahrt mit auf den Weg.

Farzar geht mit offenen Augen durch die Welt. Er kommt von der Malerei, arbeitete aber auch immer schon medienübergreifend. Er zeichnet, entwirft Objekte, installiert und collagiert. Gerade die Collage, Klebebilder wie er sie nennt, ist in letzter Zeit zu einem sehr wichtigen Bestandteil seiner Arbeit geworden, und nimmt dort mittlerweile großen Raum ein.
Farzar’s Welt ist keine ruhige, beschauliche und nette Welt. Sie ist brutal, direkt, roh und ungeschliffen. Überall lauert Gefahr und man fühlt sich stets bedroht, denn in ihr ist man nie sicher und hier können selbst Blicke töten. Genau so roh und direkt sind auch seine Bilder.
In seinen Collagen entwirft er sowohl komplex konstruierte Welten, als auch Arbeiten in denen er vorgefundene Bilder nur minimal verändert. Diese minimalen Veränderungen reichen aber schon aus, um eine komplett neue Wirkung zu erzielen und die Aussage des Bildes total zu verändern. Seine Bildsprache rekrutierte sich schon immer aus Massenmedien, Comics, Werbung, Flyern und Lifestylemagazinen. Diese Medien bieten ihm also nun ihr Dasein an, um sich von ihm korrumpieren zu lassen. Denn genau dort findet er die Dinge die ihn beschäftigen, auch wenn sie sich dort verdreht und irreal darstellen.
Er aber ist interessiert an der Wahrheit! Der Wahrheit im Alltag, in zwischenmenschlichen Interaktionen und in weltpolitischen Dynamiken. Was also passt besser, als die verlogene Welt der Medien zu nutzen, um sie dann so zu verändern, dass die Wahrheit ans Licht kommt?

Farzar nimmt sich also was er willl um es dann zu kommentieren. Nicht zynisch oder bitter, schon gar nicht moralisierend, aber ganz direkt und auch mit Humor. Wobei aber, wie sollte es anders sein, auch der Humor nicht geleckt und sauber daher kommt, sondern schmutzig und wüst, um dann beim Lachen brutal im Halse stecken zu bleiben. In dieser Ausstellung griff Farzar auch in den Raum ein und veränderte ihn mit einfachen Mitteln wesentlich. Er gestaltete ihn so, dass der Besucher sich in Sicherheit wähnte, in einer gemütlichen, heilen Welt. Dann aber musste auch dieser interaktiv "mitspielen", um die Bilder betrachten zu können. Er forderte etwas von dem Betrachter, machte es einem nicht ganz leicht, aber dann belohnte er ihn mit einem großen, bösen Spaß und mit Bildern voll der schwierigsten aller Weisheiten und Wahrheiten. Der Simplen.